Am nächsten Morgen warte ich ausgeruht und frisch gestärkt nach einem ausgiebigen Frühstücksbuffet im Farmhouse Delhi vor dem Hotel auf Paul, meinen Guide für die nächsten Tage.
Als er mit dem voll beladenen Allradfahrzeug mit Anhänger vorfährt, indem sich die Campingausrüstung sowie unsere Verpflegung und Ersatzbenzinkanister befinden, freue ich mich riesig: Endlich kann unser Abenteuer und vor allem die Suche nach den Wüstenlöwen beginnen!
Entlang der unwahrscheinlich schönen und kargschroffenen Atlantikküste starten wir unsere Fahrt in Richtung Norden, vorbei an den niedlichen Pelzrobben der Robbenkolonie von Cape Cross und an verwaisten Schiffswracks durch die grauschwarze Steinwüste der Skelettküste. Stundenlang genieße ich schweigend die überwältigende Ruhe der dahinziehenden Landschaft. Schließlich erreichen wir unser Tagesziel Terrace Bay ein kleines Resort im nördlichsten befahrbaren Teil der Skelettküste, hier lassen wir uns den rauen Wind bei einem Spaziergang entlang der Bucht um die Ohren wehen und den Tag bei einem gemütlichen Essen im charakteristischen Restaurant des Terrace Bay Resorts ausklingen.
Am nächsten Morgen brechen wir früh in Richtung Landesinnere auf, allerdings nicht ohne uns vorher online anzuschauen, wo sich die fünf Wüstenlöwen derzeit aufhalten. Da die Löwen mit einem Peilsender versehen sind lassen sich Ihre täglichen Bewegungen auf der eigens zu diesem Zweck eingerichteten Website nachvollziehen.
Nach ein paar Stunden Fahrt durch die ständig wechselnde steinige Wüstenlandschaft, die von Trockenflussbetten und kargen Ebenen durchzogen ist erreichen wir unser Tagesziel das Etendeka Mountain Camp. Dieses rustikale Camp liegt im Etendeka Konzessionsgebiet am Fuße des Grootbergs und bietet mit seinem abwechslungsreichen Landschaftsbild einen optimalen Lebensraum für zahlreiche Wildtiere.
Bereits bei unserer Anfahrt zum Camp, die nur mit einem Allradfahrzeug auf den sehr steinigen und unwegsamen Strecken überhaupt möglich ist, begegnen uns einige Giraffen, Zebras und Antilopen. Bei der späteren Wildbeobachtungsfahrt sehen wir außer einem traumhaften Sonnenuntergang auch noch Elefanten.
Diese spannenden Erlebnisse werden beim anschließenden gemeinsamen Abendessen am großen Gemeinschaftstisch in den schillerndsten Farben ausgeschmückt.
Am nächsten Tag ist es dann endlich soweit und Paul und ich fahren über das Grootberg Plateau, wo wir die überwältigende Aussicht ins Tal genießen, bis zur Palmwag Lodge, unserem Startpunkt für unser Campingabenteuer im Kaokoveld.