Nach meiner ersten Reise nach Uganda war mir klar, warum Winston Churchill dieses facettenreiche Land als „die Perle Afrikas“ bezeichnet. Uganda mit seinen atemberaubenden Landschaften, der einzigartigen Tierwelt, sowie der kulturellen Vielfalt zog mich vom ersten Augenblick an in seinen Bann. Mit meinem Reisebericht möchte ich Sie nun gerne mit auf meine zweite Reise durch dieses faszinierende Land mitnehmen.
Uganda Hautnah
Die zweite Reise nach Uganda führt unsere frühere Kollegin Renate Spanner einmal quer durchs Land- Abendsonne Afrika
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Uganda Hautnah
Ankunft in Uganda
Nach Abwicklung der Einreiseformalitäten freuen wir uns am Flughafen über den herzlichen Empfang von Michael, unserem Fahrer und Guide während unserer Ugandareise. Schon auf der Fahrt zum Serena Hotel in Kampala, wo wir unsere erste Nacht verbringen, genießen wir die Blicke auf das lebhafte Treiben in den Straßen und auf den Märkten. Es fühlt sich an wie das Wiedersehen mit einem guten, vertrauten Freund. Uganda – glad to see you once more!
Pian-Upe Wildschutzgebiet
Das Abenteuer beginnt! Pünktlich um 07:00 Uhr holt uns Michael ab: unser Ziel heute ist das Pian-Upe Wildschutzgebiet, das zweitgrößte Schutzgebiet in Uganda nach dem Murchison Falls Nationalpark. Auf unserer Fahrt über Jinja und Mbale in den Nordosten Ugandas ziehen die abwechslungsreichen Landschaften, Dörfer und Märkte entlang unserer Route an uns vorbei. Es stimmt perfekt auf die bevorstehenden Tage ein – die Vorfreude nimmt zu.
Als wir schließlich unser Camp für die kommenden Tage erreichen, wird mir bewusst, dass hier ein Kindheitstraum für mich wahr wird: Die vorausfahrende Begleitmannschaft hat inmitten der fantastischen Steppenlandschaft bereits ein geräumiges Hauszelt mit einer angrenzenden Buschdusche und -toilette für uns aufgestellt. Wir genießen das Abendessen, das Olivia – unsere Köchin – mit viel Liebe frisch auf dem Feuer zubereitet hat. Dabei schauen wir auf die unbeschreiblich faszinierende afrikanische Weite – Out of Africa Feeling pur!
Unser dreitägiger Aufenthalt vergeht bei vielfältigen Aktivitäten wie im Flug:
Bei Wildbeobachtungsfahrten beobachten wir unter anderem verschiedene Antilopenarten, Giraffen, Wasserböcke, Impalas, Uganda Kobs, Büffel und Oribis. Besonders begeistert sind wir aber von den Roan-Antilopen mit Ihrer auffälligen Gesichtszeichnung. Bei einer Wanderung am Kalem River können wir uns davon überzeugen, dass das Pian-Upe Game Reserve mit über 500 verschiedenen Vogelarten auch ein wahres Paradies für Vogelbeobachter ist.
Aber auch kulturell hat Pian-Upe viel zu bieten:
Die Napedet Cave erreichen wir nach einer kurzen Wanderung und bewundern dort die gut erhaltenen Felsmalereien sowie Versteinerungen von Elefantenknochen. Die Erläuterungen des lokalen Guides versetzen uns in die Zeit zurück, als die Höhle noch als Rückzugsort für Jäger und Familienclans diente.
Bei unserem Besuch in der Community der Karamojong, einem halbnomadischen Hirtenvolk, erhalten wir faszinierende Einblicke in ihr Leben und ihre Traditionen.
Das Pian-Upe Wildschutzgebiet ist ein vom Tourismus noch unberührtes Juwel und liegt ideal für einen Zwischenstopp auf dem Weg zum Kidepo Nationalpark.
Mt. Elgon Nationalpark
Unser nächstes Ziel liegt jedoch in südlicher Richtung: der Mount Elgon Nationalpark. Da wir auch daheim gern in den Bergen wandern, ist hier eine dreitägige Trekkingtour geplant.
Nach einer abenteuerlichen Fahrt zum Ausgangspunkt führt uns der neu angelegte Bushiyi Trail schweißtreibend durch den tropischen Regenwald bis zum Bushiyi-Camp. Unsere Begleitmannschaft wartet hier bereits auf uns mit einem warmen Mittagessen – was für eine willkommene Stärkung. Gut erholt setzen wir unseren Weg fort, und am späten Nachmittag erreichen wir unser erstes Zeltlager unter einem Felsvorsprung mit einer herrlichen Aussicht auf den umliegenden Bergurwald – Lagerfeuerromantik inklusive.
Am zweiten Tag geht es in stetigem Auf und Ab durch verschiedene Landschafts- und Vegetationszonen, die an den Kilimanjaro erinnern, darunter Lobelien und Senezien, bis zum Wagagai. Dies ist mit 4.321m der höchste Punkt des Mount-Elgon-Gebirges, gelegen am Rand des ehemaligen Vulkankraters. Unsere Mühen werden durch eine großartige Aussicht, unter anderem auf die weite Caldera, belohnt. Unser heutiger Zeltplatz, das Mude Cave Camp, wird etwas später als vorgesehen erreicht. Der Grund waren die unzähligen Fotostopps in dieser eindrucksvollen, abwechslungsreichen Landschaft.
Nach einer sternenklaren Nacht, die man nur in Afrika erlebt, führt unsere letzte Etappe zunächst durch den Regenwald und später vorbei an Gemüsefeldern und Kaffeeplantagen, die an steilen Berghängen angelegt sind. Wir hören mit Interesse den Ausführungen unseres Bergführers Paul über den Kafeeanbau und die -verarbeitung sowie die Verwendung unterschiedlichster Heilpflanzen zu. Zu unserer Freude können wir auf dieser Etappe noch Klippspringer und Chamäleons beobachten.
Nach drei Tagen einsamer Bergidylle erwarten uns im Bergdorf Nakiriga Boda-Bodas (Motorradtaxis) – selbstverständlich mit Fahrer. Auf der interessanten Fahrt von knapp 8km durch die Dörfer bekommen wir einen unmittelbaren Eindruck von Alltagszenen in Uganda.
Schließlich fahren wir mit Michael in unser Hotel in Mbale, wo wir eine Zwischenübernachtung haben.
Kangulumira – Wild Waters Lodge
Es fällt uns am Morgen schwer, diese ursprünglichen und von Touristen noch weitgehend unentdeckten Regionen Ugandas zu verlassen. Aber es gibt noch unzählige weitere Dinge zu entdecken!
Wir setzen die Fahrt in Richtung Jinja fort und erreichen die traumhaft gelegene Lemala Wildwaters Lodge auf einer Insel im Nil nach einer kurzen Bootsfahrt ab Kangulumira. Trotz der großen Auswahl an Aktivitäten und ihrer Attraktivität entscheiden wir uns, umgeben von Regenwald und Stromschnellen, für einen Ruhetag und nutzen die Vorzüge dieser Lodge. Wir genießen die Abendstimmung, beobachten die Vögel und Fischer auf dem Nil und machen noch einen Abstecher zu den Stromschnellen.
Kampala
Heute erleben wir Kampala hautnah.
Ein spannendes und einprägsames Erlebnis nach mehreren Tagen in der unberührten Natur. Allein die Fahrt durch die lebhafte Hauptstadt Ugandas, während der uns Farouk mit zahlreichen Insiderinformationen versorgt, gewährt uns schon tiefgehende Einblicke in diese Stadt und das dortige Leben.
Doch zu Fuß kommen wir dem pulsierenden Leben Kampalas noch näher. Es geht durch enge Gassen, in denen unter anderem ein Barbier einem Kunden den Bart rasiert, vorbei an außergewöhnlichen Schuh- und Bekleidungsläden sowie an farbenfrohen Märkten. Schließlich schlängeln wir uns durch den dichten Verkehr – eine echte Herausforderung wegen der unzähligen Boda Bodas - und erreichen den riesigen Platz, von dem aus die Sammeltaxis in alle Richtungen Ugandas starten – was für ein Erlebnis!
Nach dem Mittagessen in einem Restaurant mit ugandischen Spezialitäten besuchen wir den Kabakas Palast auf dem Mengo Hill, der einst als Königspalast und später als Gefängnis für politisch Andersdenkende diente. Wir lernen hier eine Menge über die Geschichte Ugandas, einschließlich der Zeit unter Idi Amins tyrannischer Herrschaft – es berührt uns sehr.
Diesen spannenden Tag in Kampala rundet der Besuch einer Vorstellung der Ndere Troupe perfekt ab.
Man kann sich der Faszination dieser Truppe nicht entziehen. Mit viel Leidenschaft, großem Können aber auch Professionalität wird hier die Vielfalt der ugandischen Stämme durch Tanz, Gesänge und traditionelle Instrumente sehr authentisch vermittelt. Humorvoll vorgetragenen Geschichten gewähren außerdem interessante Einblicke in die verschiedenen kulturellen Unterschiede aber auch Bräuche verschiedener Regionen Ugandas.
Ein sehr unterhaltsamer, informativer Abend.
Queen Elizabeth Nationalpark
Farewell Kampala! Nach einem aufregenden,unvergesslichen Tag in der Hauptstadt erwarten uns nun im Queen Elizabeth Nationalpark außergewöhnliche Tierbeobachtungen sowie vielfältige Aktivitäten und Landschaften. Nach dem Mittagessen in Fort Portal schlendern wir über den Markt, bevor wir unsere Fahrt mit atemberaubenden Blicken auf das majestätische Rwenzori Gebirge fortsetzen. Per Bootstransfer erreichen wir schließlich das Honeybear Bush Camp im Queen Elizabeth Nationalpark. Es handelt sich dabei um das einzige Camp im Kyambura Game Reserve. Am Bootsanleger werden wir von den Angestellten sehr herzlich empfangen, was unsere Vorfreude auf den 3-tägigen Aufenthalt noch steigert.
Fünf liebevoll gestaltete Safarizelte mit Buschdusche und Aussicht auf den Kazinga-Kanal sowie das Ruwenzori Gebirge bieten alles, was man sich wünschen kann. Elefanten, Flusspferde, aber auch Löwen, Hyänen und Büffel sorgen hier für ein einzigartiges, klassisches Safari Erlebnis. Für einen Sundowner oder ein Buschdinner bieten sich traumhafte Plätze an, die den Aufenthalt in diesem Camp abrunden.
Wir starten unsere täglichen Aktivitäten immer mit einem Bootstransfer zum anderen Ufer. Auch hier ist Michael unser verlässlicher Begleiter, und wir freuen uns auf jeden Tag mit ihm, an dem er uns – durch sein Wissen - Uganda ein Stück näherbringt.
Auf unseren Wildbeobachtungsfahrten können wir unter anderem Elefanten, Kaffernbüffel, Topis, Riesenwaldschweine und viele der 600 Vogelarten im Queen Elizabeth Nationalpark beobachten. Laut Reiseführer ist eine Bootsfahrt auf dem Kazinga Kanal ein absolutes Muss, und dem können wir nur zustimmen! Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, an den Uferlandschaften vorbeizugleiten und dabei hautnah Elefanten, Krokodile und Nilpferde sowie zahlreiche Wasservögel beobachten zu könnenl – man muss es selbst erlebt haben.
Eines der Highlighst während unseres Aufenthalts in diesem Nationalpark ist das Schimpansentrekking im Kyambura Game Reserve. Es ist sehr beeindruckend und berührend, diese Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben. Natürlich ganz besonders, wenn man das Glück hat, sie wie wir aus nächster Nähe beobachten zu können. Das Trekking hier ist nicht nur wegen der Schimpansen, sondern auch dank der landschaftlich sehr reizvollen Kyamburaschlucht ein besonderes Erlebnis.
Bwindi Nationalpark
Wir genießen noch einmal das Frühstück mit Blick auf Elefanten, Nilpferden, den Kazinga Kanal und das Ruwenzori-Gebirge, bevor uns das Boot ein letztes Mal über den Kazinga-Kanal bringt. Mit Michael fahren wir weiter zum Bwindi-Nationalpark. Zunächst machen wir jedoch einen kurzen Abstecher in die Ishasha Region des Queen-Elizabeth-Nationalparks, um nach den baumkletternden Löwen Ausschau zu halten. Wir haben das Glück, dass sich bereits nach 15 Minuten eine Löwin fotogen auf einem Baum zeigt und wir sie über einen längeren Zeitraum ungestört beobachten können. Ein faszinierendes Erlebnis, ehe wir zur Engagi Lodge, unserer Unterkunft, fahren. Wir genießen hier die großartige Lage unseres Cottages im Busch sowie die Freundlichkeit des Personals. Wir beobachten Red/Black Colobus und Red Tailed Monkeys, und während eines Spaziergangs am Fluss können wir unsere Akkus für bevorstehende Aktivitäten aufladen.
Wir haben dieses Mal kein Gorillatrekking eingeplant, was wir im Nachhinein bereuen. Es ist unmöglich, das Gefühl zu beschreiben, diesen größten lebenden Primaten so nah zu begegnen. Auch sieben Jahre später sind wir noch heute beeindruckt und fasziniert von den Erlebnissen, die wir bei unserem damaligen Trekking zur Nkuringogruppe gemacht haben.
Schließlich starten wir von der Engagi Lodge aus zu einer ca. 4-stündigen leichten Wanderung durch den Regenwald von Buhoma nach Nkuring, während der wir zahlreiche Informationen über die Flora und Fauna des Bwindi Nationalparks erhalten. In Nkuringo werden wir von einem Fahrer der Gorilla Leisure Lodge, unserer nächsten Unterkunft, erwartet. Die Fahrt verläuft durch abwechslungsreiche Landschaften und Dörfer. Die Steilheit der Hänge ist besonders beeindruckend, und es ist kaum vorstellbar, unter welchen Bedingungen sie bewirtschaftet werden.
Nach dem herzlichen Empfang mit Tanz und Gesang der einheimischen Batwa in der Lodge genießen wir von unserer großzügigen Terrasse die Aussicht auf die umliegenden Hänge und Dörfer. Ein weiterer aufregender Tag in Uganda klingt nach einem köstlichen Essen am Lagerfeuer aus.
Lake Bunyonyi
Unsere letzte Wanderung in Uganda geht von unserer Unterkunft in Rushaga bis zum Lake Mutanda. Bei dieser Tour, die zum Teil durch Dörfer führt, treffen wir auf Männer, Frauen und Kinder, die einen Weg von bis zu 20 km auf sich nehmen, um ihre Tiere und Waren auf den Märkten anzubieten. Diese Tour bietet auch eine landschaftliche Vielfalt, unter Anderem mit Blick auf die Virunga Berge und den Lake .Mutanda
In Kirundu erwartet uns schließlich Michael und wir fahren gemeinsam zum Lake Bunyonyi. Unser Zimmer im Bunyonyi Overland Resort bietet uns eine traumhafte Aussicht auf den See und seine zahlreichen Inseln. Es wäre schön, hier noch einen weiteren Tag zu verbringen.
Lake Mburo Nationalpark
Nach einer erholsamen Nacht geht es am Morgen weiter zu unserer letzten Unterkunft, der Mihingo Lodge im Mburo Nationalpark.
Wir starten bei leichtem Regen, legen in einem typisch ugandischen Café in Mbarara einen kurzen Stopp ein und kommen nach etwa 5 Stunden Fahrt an unserer Unterkunft an.
Am Nachmittag nach einem köstlichen Lunch und bei Sonnenschein brechen wir zu einer Walking Safari auf. Sie sollte ein unvergessliches Erlebnis und den perfekten Abschluss unserer Reise nach Uganda bieten. Denn das Glücksgefühl, mitten unter etwa 20 Giraffen mit ihren Jungen zu stehen und sie ein Stück auf ihrem Weg durch die Savanne begleiten zu dürfen, ist einfach unbeschreiblich! Aber nicht nur die Giraffen ziehen uns in ihren Bann: Auf unserem Walking begegnen wir auch Zebras, Antilopen, Wasserböcken, Vögeln, Büffeln und Lezards. In einiger Entfernung ist sogar ein Leoparden auf einem Felsen zu erkennen.
Schließlich genießen wir am Pool der Mihingo Lodge, mit herrlichem Blick über die einzigartige afrikanische Landschaft, unseren letzten Sundowner in Uganda. Solche Momente werden wir in Deutschland sehr vermissen!
Good bye Uganda
Michael bringt uns nach fast drei Wochen – meist abseits der üblichen Touristenrouten – heute zum Flughafen. Es fällt uns schwer, Abschied zu nehmen. Wir werden ihn und seine fröhliche und herzliche Art, die vielfältigen Landschaften Ugandas sowie seine Bewohner und Tierwelt vermissen. Abermals hat uns dieses vielfältige Land in seinen Bann gezogen. Wir waren mit Sicherheit nicht zum letzten Mal hier – es gibt noch so viel zu entdecken!